Mitte Dezember fand eine Exkursion zur Rheingütestation in Worms statt. Die NwT-Gruppe der 9. Klasse hatte im Rahmen ihres Unterrichts das Daphnien-Toximeter besprochen, welches seit einigen Jahren in der Rheingütestation in Worms in Betrieb ist.

Im Daphnientoximeter wird das Schwimmverhalten der Daphnien (umgangssprachlich: Wasserflöhe) per Kamera/Computer beobachtet und mit Hilfe digitaler Bildauswertung hinsichtlich daphnientoxischer Substanzen bewertet. Da Wasserflöhe sehr sensitiv auf eine Vielzahl an Giftstoffen reagieren, ist dieses System schneller, aussagekräftiger und kostengünstiger als bisherige Alternativen.

Im Video lässt sich sehen, dass die Daphnien, die sich in einer Schwimmkammer befinden, von einem Computer erfasst (linke Seite des Monitors) und ihre Schwimmmuster als bunte Linien dargestellt werden (rechte Seite des Monitors). Ändern sich die typischen Schwimmmuster durch die Einwirkung von Giftstoffen, so gibt das System Alarm und sendet per SMS eine Warnung an die zuständige Person.

Die Warnung wird allerdings erst gesendet, wenn beide der Daphnien-Schwimmkammern Alarm auslösen. Im Video ist gegen Ende zu sehen, dass eine der Kammern (blaue Kurve unter der Daphniendarstellung) ein stark abweichendes Schwimmmuster aufzeichnete (die „oberste“ horizontale Kontrolllinie wurde durchbrochen). Da aber die zweite Kontrollkammer weniger starke Abweichungen zeigte (schwarze Linie, welche die oberste Querlinie nicht überschreitet), heißt dies, dass kein Alarm ausgelöst wurde. Der Alarm wird erst ausgelöst, wenn beide Kammern die oberste Grenzschwelle übertreten. Dieser Fall tritt etwa 2-3 Mal pro Jahr auf, die Frequenz hat in den letzten Jahren aber stark abgenommen.

Lilith Menze

Bemerkungen zu den Fotos:

  • An den Pfeilern der Brücke neben der Rheingütestation sind die Apparaturen befestigt, welche die Wasserproben aus dem Rhein saugen.
  • Der Monitor an der Rheingütestation zeigt die aktuellen Wasserwerte der vier Probestellen der Brücke an.
  • Verschiedene Werte wie Temperatur, Sauerstoffgehalt sowie elektrische Leitfähigkeit werden untersucht.
  • Im Inneren der Station befindet sich das Daphnientoximeter, hier zu sehen die Darstellung der Schwimmkammern sowie Schwimmmuster auf dem Monitor. Das angesaugte Rheinwasser wird durch die Schwimmkammern gespült.
  • Die hauseigene Daphnien-Zucht. In jedem Gefäß finden sich genetische Klone der „Mutter“, da die Nachkommen durch Jungfernzeugung entstanden sind. Dies ist wichtig, damit sie möglichst vergleichbar auf Giftstoffe reagieren.